Eine Schreinerei ist ein gutes Beispiel für eine Werkstatt mit vielen Stationen. Wer den Arbeitsablauf einer Schreinerei einmal Station für Station durchgeht, sieht schnell, wo das Durcheinander entsteht — und wo der Hebel für kürzere Durchlaufzeiten liegt. Wir gehen den typischen Weg eines Auftrags durch, vom Holzeingang bis zur Montage beim Kunden.
Die acht Stationen einer Schreinerei
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Wareneingang / Holzeingang
Holz, Platten, Beschläge werden angenommen und dem Auftrag zugeordnet. Hier entscheidet sich, ob das Material vollständig ist.
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Aufmaß / Konstruktion
Maße nehmen, Zeichnung erstellen, Stückliste schreiben. Bei individuellen Kundenaufträgen beginnt hier die eigentliche Planung.
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Zuschnitt
Sägen, CNC, Formatierung. Erste sichtbare Bearbeitung. Dauer je nach Aufwand zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden.
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Hobeln / Profilieren
Kanten, Fasen, Profile. Vorbereitung für die Oberflächenbehandlung. Hier sammeln sich oft die ersten Wartezeiten.
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Oberflächenbehandlung
Ölen, Lackieren, Beizen. Trocknungszeiten eingerechnet, oft die längste Station im Prozess.
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Endmontage
Beschläge, Verbindungen, Justierung. Sichtbarer Fortschritt — das Möbelstück nimmt Form an.
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Qualitätskontrolle
Endkontrolle auf Maßhaltigkeit, Oberflächenfehler, Funktion. Hier fällt die Entscheidung: Auslieferung oder Nacharbeit.
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Auslieferung / Montage beim Kunden
Verpackung, Transport, Aufbau vor Ort. Letzter Kontakt mit dem Kunden. Bei dieser Station entscheidet sich, ob er wiederkommt.
Wo der Hebel am größten ist: die Wartezeit zwischen den Stationen
In vielen Schreinereien liegt der Engpass nicht in der Maschinenkapazität, sondern in der Wartezeit zwischen den Stationen. Ein Auftrag wartet auf Material aus dem Zuschnitt, das nicht freigegeben wurde, weil der Mitarbeiter an der Hobelmaschine gerade einen anderen Auftrag fertig macht. Solche Wartezeiten summieren sich — und tauchen in keiner Maschinen-Auslastung auf.
Wie viele Stationen braucht eine Schreinerei wirklich?
Acht Stationen sind ein typischer Vollausbau. Viele kleinere Schreinereien kommen mit fünf oder sechs aus, weil sie Aufmaß und Konstruktion zusammenlegen oder die Endkontrolle in die Montage ziehen. Die Zahl der Stationen ist keine Vorgabe, sondern eine Frage Ihres Betriebs. Wichtig ist nur, dass jeder Schritt, an dem ein Auftrag liegen bleiben kann, eine eigene Station bekommt — sonst wird genau dort die Wartezeit unsichtbar.
Was der Stationsplan für Ihre Lieferzeitzusage bedeutet
Wer seinem Kunden einen Liefertermin nennt, sollte ihn auf Basis echter Durchlaufzeiten nennen — nicht auf Bauchgefühl. Wenn Sie wissen, dass die Station "Oberfläche" im Schnitt zwei Tage braucht, können Sie einen Termin zusagen, der hält. Sonst versprechen Sie zu viel, und der Kunde ruft an.
Eine Auftragsverfolgung protokolliert für Sie, wie lange jeder Auftrag an welcher Station tatsächlich gebraucht hat. Nach einigen Wochen haben Sie belastbare Durchschnittswerte — und Lieferterminzusagen werden kalkulierbar statt geraten.