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Branche7 Min Lesezeit

Arbeitsablauf in der Schreinerei: acht Stationen vom Holzeingang bis zur Auslieferung

Eine Schreinerei durchläuft pro Auftrag bis zu acht Stationen. Welche das sind, was an jeder passiert — und wo der größte Hebel für kürzere Durchlaufzeiten und weniger Durcheinander steckt.

Eine Schreinerei ist ein gutes Beispiel für eine Werkstatt mit vielen Stationen. Wer den Arbeitsablauf einer Schreinerei einmal Station für Station durchgeht, sieht schnell, wo das Durcheinander entsteht — und wo der Hebel für kürzere Durchlaufzeiten liegt. Wir gehen den typischen Weg eines Auftrags durch, vom Holzeingang bis zur Montage beim Kunden.

Die acht Stationen einer Schreinerei

  1. 01

    Wareneingang / Holzeingang

    Holz, Platten, Beschläge werden angenommen und dem Auftrag zugeordnet. Hier entscheidet sich, ob das Material vollständig ist.

  2. 02

    Aufmaß / Konstruktion

    Maße nehmen, Zeichnung erstellen, Stückliste schreiben. Bei individuellen Kundenaufträgen beginnt hier die eigentliche Planung.

  3. 03

    Zuschnitt

    Sägen, CNC, Formatierung. Erste sichtbare Bearbeitung. Dauer je nach Aufwand zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden.

  4. 04

    Hobeln / Profilieren

    Kanten, Fasen, Profile. Vorbereitung für die Oberflächenbehandlung. Hier sammeln sich oft die ersten Wartezeiten.

  5. 05

    Oberflächenbehandlung

    Ölen, Lackieren, Beizen. Trocknungszeiten eingerechnet, oft die längste Station im Prozess.

  6. 06

    Endmontage

    Beschläge, Verbindungen, Justierung. Sichtbarer Fortschritt — das Möbelstück nimmt Form an.

  7. 07

    Qualitätskontrolle

    Endkontrolle auf Maßhaltigkeit, Oberflächenfehler, Funktion. Hier fällt die Entscheidung: Auslieferung oder Nacharbeit.

  8. 08

    Auslieferung / Montage beim Kunden

    Verpackung, Transport, Aufbau vor Ort. Letzter Kontakt mit dem Kunden. Bei dieser Station entscheidet sich, ob er wiederkommt.

Wo der Hebel am größten ist: die Wartezeit zwischen den Stationen

In vielen Schreinereien liegt der Engpass nicht in der Maschinenkapazität, sondern in der Wartezeit zwischen den Stationen. Ein Auftrag wartet auf Material aus dem Zuschnitt, das nicht freigegeben wurde, weil der Mitarbeiter an der Hobelmaschine gerade einen anderen Auftrag fertig macht. Solche Wartezeiten summieren sich — und tauchen in keiner Maschinen-Auslastung auf.

Wie viele Stationen braucht eine Schreinerei wirklich?

Acht Stationen sind ein typischer Vollausbau. Viele kleinere Schreinereien kommen mit fünf oder sechs aus, weil sie Aufmaß und Konstruktion zusammenlegen oder die Endkontrolle in die Montage ziehen. Die Zahl der Stationen ist keine Vorgabe, sondern eine Frage Ihres Betriebs. Wichtig ist nur, dass jeder Schritt, an dem ein Auftrag liegen bleiben kann, eine eigene Station bekommt — sonst wird genau dort die Wartezeit unsichtbar.

Was der Stationsplan für Ihre Lieferzeitzusage bedeutet

Wer seinem Kunden einen Liefertermin nennt, sollte ihn auf Basis echter Durchlaufzeiten nennen — nicht auf Bauchgefühl. Wenn Sie wissen, dass die Station "Oberfläche" im Schnitt zwei Tage braucht, können Sie einen Termin zusagen, der hält. Sonst versprechen Sie zu viel, und der Kunde ruft an.

Eine Auftragsverfolgung protokolliert für Sie, wie lange jeder Auftrag an welcher Station tatsächlich gebraucht hat. Nach einigen Wochen haben Sie belastbare Durchschnittswerte — und Lieferterminzusagen werden kalkulierbar statt geraten.

Häufige Fragen

Wie viele Stationen hat eine Schreinerei typischerweise?
Im Vollausbau bis zu acht — vom Holzeingang über Zuschnitt, Hobeln, Oberfläche und Endmontage bis zur Qualitätskontrolle und Auslieferung. Kleinere Betriebe kommen oft mit fünf oder sechs aus.
Wo entstehen in der Schreinerei die längsten Wartezeiten?
Meist nicht an den Maschinen, sondern zwischen den Stationen — etwa wenn ein Auftrag auf freigegebenes Material wartet. Die Oberflächenbehandlung ist wegen der Trocknungszeiten oft die längste einzelne Station.
Kann ich den Stationsplan an meinen Betrieb anpassen?
Ja. Sie legen selbst fest, welche Stationen es gibt und in welcher Reihenfolge ein Auftrag sie durchläuft. Eigene Stationen wie eine separate Qualitätskontrolle lassen sich jederzeit ergänzen.
Hilft eine Auftragsverfolgung bei Lieferterminen?
Ja. Sie protokolliert die tatsächliche Dauer pro Station. Nach einigen Wochen haben Sie echte Durchlaufzeiten und können Liefertermine zusagen, die halten.